Was ist eine Standleitungsdesinfektion?
Bei einer Standleitungsdesinfektion wird das gesamte Leitungssystem gereinigt. Da man durch Wasserleitungen nicht einfach mit einem Spülschwamm durchgehen kann, um den lästigen Biofilm zu entfernen, muss man auf andere Methoden zurückgreifen.
Bei einer Standleitungsdesinfektion kann man in chemische Desinfektion und physikalische Desinfektion unterscheiden.
Eine physikalische Desinfektion kann entweder eine thermische Desinfektion sein, also das Erhitzen von Warmwasser auf über 70 Grad, oder eine Desinfektion durch UV-Bestrahlung. Beides ist für den Einsatz in der Landwirtschaft nicht geeignet, da es hier hauptsächlich lange Kaltwasserleitungen gibt und UV-Strahlung nicht an der Wandung der Leitung ankommt.
Bleibt noch die chemische Desinfektion: Bei der chemischen Desinfektion wird ein Biozid in das Wassersystem eindosiert, um die Mikroorganismen abzutöten. Hierfür wird meist Chlor oder Chlorbleichlauge, Chlordioxid oder Wasserstoffperoxid-Silber-Kombinationen eingesetzt. Während der Einwirkzeit müssen die Kühe anderweitig getränkt werden.
Warum braucht man eine Standleitungsdesinfektion?
Wasser ist grundsätzlich immer keimbelastet und beinhaltet Mineralien. Bis zu einem gewissen Grad kann unser Körper, und auch der der Kuh, die Keime gut abwehren. Wird die Keimbelastung im Wasser allerdings zu hoch, kann das den Organismus negativ beeinflussen. Mögliche Auswirkungen bei Kühen sind eine reduzierte Wasseraufnahmemenge, was auch zu Leistungsverlusten führen kann. Deshalb ist es wichtig die Bildung von Biofilm in Leitungen und Tränken so gut als möglich zu vermeiden. Die Schleimschicht aus Mikroorganismen, aus der sich der Biofilm ergibt, entsteht nicht nur durch die Mineralienablagerungen und die sich auf der rauen Oberfläche absetzenden Keime, sondern krabbelt auch aus den Tränken gegen die Flussrichtung die Leitungen hoch.
An einer Tränke saufen pro Tag mindestens 20 Kühe. Das bedeutet auch, mindestens 20, eher mehr, unterschiedliche Keim- und Bakterienherde. Bei jedem Saufen gelangen Futterreste und Speichel in die Tränke. Daraus ergibt sich der perfekte Nährboden für einen Biofilm. Der Biofilm, der sich in der Tränke gebildet hat, breitet sich über den Schwimmer in das Rohrsystem aus und setzt sich dort überall fest. Selbst bei mehrmals täglichem Schrubben ist die Ausbreitung des Biofilms schwer in den Griff zu bekommen. Eine Standleitungsdesinfektion kann den Biofilm im Leitungssystem und auch in den Tränken lösen und so wieder für sauberes Wasser sorgen.
Warum eine Standleitungsdesinfektion mit HydroFit?
HydroFit ist eine Wirkstoffkombination aus Wasserstoffperoxid und Silberchelat. Es unterscheidet sich von herkömmlichem Wasserstoffperoxid vor allem durch seine Ultrastabilisierung und die daraus resultierende Wirkweise. HydroFit tötet Keime, Viren, Sporen, Bakterien, Legionellen und anderes organisches Material durch Oxidation ab und löst Mineralienablagerungen. HydorFit wirkt nicht sobald man den Behälter öffnet, sondern erst, wenn es auf den „Feind“ trifft. Dabei ist es als Biozid für diesen Zweck von ECHA, BAuA und FiBL zugelassen. Durch seine effiziente Wirkungsweise kann eine Standleitungsdesinfektion mit HydroFit schnell zu großen Erfolgen führen. Um HydroFit kontinuierlich in die Wasserleitung einzudosieren und Verschmutzungen mit Biofilm so zukünftig zu vermeiden, wird die Atla Wasseraufbereitung eingesetzt.
Wie funktioniert die Standleitungsdesinfektion mit der Atla Wasseraufbereitung?
Eine Standleitungsdesinfektion bietet die Chance auf einen schnelleren Erfolg und eine enorme Reduzierung von Biofilm in den Wasserleitungen. Alte Ablagerungen und der Biofilm werden dabei gelöst und aus dem System gespült.
Bei einer Standleitungsdesinfektion wird eine HydroFit Lösung 4 – 6 Stunden in die Wasserleitungen eindosiert. Alle Endverbrauchsstellen müssen außer Betrieb genommen und die Tiere auf andere Art getränkt werden.
Vorbereitung:
- PSA bereitstellen (u.a. Handschuhe, Brille, Overall)
- Teststreifen
- Atla Wasseraufbereitung installieren, HydroFit Behälter anschließen
- Alternative Tränkemöglichkeiten bereitstellen
- Material, um die Tränken zu sperren
- Genug Zeit zum Einwirken und Ausspülen einplanen (circa 4 – 6 Stunden)
Umsetzung:
Beachten Sie, dass das Rohrleitungssystem vollständig mit Wasser gefüllt sein muss und nicht leerlaufen darf.
1. Absperren:
Allen Tieren wird der Zugang zu möglichen Endverbrauchsstellen gesperrt und alternative Wasserquellen zur Verfügung gestellt.
2.Befüllen & Entlüftung:
Es muss sichergestellt werden, dass das komplette Wasserleitungssystem voll mit Wasser steht. Sollten die Endverbrauchsstellen niedriger liegen, als Teile der Wasserversorgung, ist sicherzustellen, dass diese nicht leerlaufen. Dafür kann an den Endverbrauchsstellen ein Stück Schlauch angeschlossen und nach oben gelegt werden, um eine Entlüftung zu gewährleisten. Wenn sichergestellt ist, dass das Leitungssystem voll Wasser steht, kann die Hauptwasserzulauf geschlossen werden. Die Schwimmerventile müssen für einen Überlauf geöffnet sein.
3. Berechnen & Abmessen:
Das Gesamtleitungsvolumen muss errechnet werden und darauf basierend eine 5%ige HydroFit- Lösung abgemessen.
Rechenbeispiel:
100m, 1“ Wasserleitung = 100
100*0,721=72,1L
72,1L *5% = 3,6 Liter HydroFit
4. Eindosierung:
Die HydroFit-Lösung wird in einem Behälter an die Alta angeschlossen und in das System eindosiert (siehe Handbuch Atla).
5. Einwirken:
HydroFit wirkt jetzt 4-6 Stunden ein. Es löst den Biofilm ab und beginnt mit dem Zerspalten der Mineralienablagerungen. Keimnester werden aufgelöst. Das Mittel krabbelt die Leitung entlang und wirkt auf dem Weg gegen alle organischen Stoffe.
6. Spülen:
Nach der Einwirkzeit muss das System gespült werden. Dafür werden zunächst alle Wasserhähne bis auf den der letzten Endverbrauchsstelle geschlossen und der Hauptwasserhahn wieder aufgedreht. Der Biofilm wird jetzt rausgespült. Es sollte so lange gespült werden, bis das Wasser an allen Endverbrauchsstellen klar ist und kein HydroFit mehr mit den Teststreifen nachweisbar. Es ist zu beachten, dass sich Siebe möglicherweise zusetzen können. Diese müssen ebenfalls gereinigt werden. Dieser Effekt kann auch einige Tage nach der Standleitungsdesinfektion noch eintreten.
Eine Standleitungsdesinfektion wird in der Regel einmalig vor kontinuierlichem Einsatz der Atla Wasseraufbereitung durchgeführt. Die Erfolge der Wasseraufbereitung können mit einer Standleitungsdesinfektion erheblich beschleunigt werden. Den Kühen wird so mit einem Schlag ein süffiges Wasser zur Verfügung gestellt. Ohne eine Standleitungsdesinfektion kann die Wirkung, je nach Ausgangssituation, erst nach mehreren Wochen eintreten.
Bitte beachten Sie alle Warnhinweise. Dies ist keine universelle Anleitung und bedarf zusätzlich persönlicher Beratung.